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Konzerte, Workshops und Referate

Das dritte Symposium ist verschiedenen Jodelregionen gewidmet. Unterschiedliche Eigenarten der Stimmgebung, der Gebrauch von Naturtönen und die Interpretationen der Sängerinnen und Sänger stehen im Mittelpunkt. In den Workshops kann jeder Teilnehmer eigene Erfahrungen sammeln und sich auf die Spuren des Naturjuuz begeben.

 

Konzert und Workshops

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Gurgelschnalzern, Graz, Steirmark (A)
«Steirischer Jodel»
Heidrun Hermann, Herbert Krienzer und Petra Preiss bilden das Ensemble «Die Gurgelschnålzer», mit dem sie traditionelle alpenländische Jodler interpretieren, aber auch eigene Versionen entwickeln bzw. zu neuen Ufern aufbrechen (z.B. Neue Jodelkompositionen - Projekt mit dem Steir. Tonkünstlerbund).
Heidrun Hermann: Instrumentalmusiklehrerin für Gitarre, Musikerin in verschiedenen Ensembles (Jazz, Klassik, Jodeln), Referentin bei Jodelkursen und Jodelstammtischen; Herbert Krienzer: Biologe, Mitarbeiter im Steirischen Volksliedwerk, Musikant (Liebochtaler Tanzgeiger), vielfältige Referententätigkeit und vertiefende Beschäftigung mit dem registerwechselnden Gesang (Jodeln und verwandte Stile); Petra Preiss: Kindergartenpädagogin, Zither- und Gesangsausbildung am Konservatorium des Landes Steiermark, intensive Chorpraxis, Referentin bei Jodelkursen und Jodelstammtischen.



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Chrimafrä, Emmenthal, BE
«3stimmig Jodeln»
WEMÄ drei Froue, Christa, Maritta, u Fränzi, i eis Wort verpackt gits „chrimafrä“. WEMÄ ihri Gsangsheimat suecht, geit me i traditionell Jodel-Xang u i Mundart-Xang ga lose u fingt ihres Härzbluet dürhar. WEMÄ ihres Daheim wott finge, wird me im Ämmitau, im Bärner Oberland u im Allgäu fündig. WEMÄ no gnauer lost gspürhrt me e töifi Zfridäheit, e grossi Dankbarkeit, es glichs Däiche u Empfinge vo dreine ufrichtige, ufgsteute Froue.

 

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Waisehuusschuppel, Urnäsch, AR
«Chlausezäuerli»
Schon als Buben gingen die sechs «Fricke-Brüedere» aus Urnäsch gemeinsam als «Waisehuusschuppel» chlausen. 
1986, nach dem Alten Silvester, machten sich die Brüder erstmals an die Arbeit, um eigene, prachtvolle Hauben für das Silvesterchlausen zu erstellen. Es wurde skizziert und gezeichnet, Schnitzmesser wurden erprobt, und auch mancher Finger musste darunter leiden. Anschliessend wurden Sperrholz, Samt, Glasperlen, Spiegelchen und Kordeln bestellt, bevor es an die Feinarbeit ging. Am 31. Dezember des selben Jahres waren Hansueli, Christian, Karl, Sämi, Walter und Toni Frick erstmals als «Waisehuusschuppel» in Urnäsch mit ihren Hauben und Hüten als «schöni Chläus» unterwegs.  Heute gehören zur Formation Toni Frick, Karl Frick, Walter Neff (Hirschli), Sämi Frick, Christian Frick und Wälti Frick. Ihre Zäuerli berühren.

 

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Jodlergruppe Titlis, Engelberg OW
Aus dem ehemaligen Jodlerquartett Engelberg wurde im Dezember 2005 die Jodlergruppe Titlis ein Sextett. Denn schon bald merkten sie, dass eine Erweiterung des Quartetts zu einem Sextett ganz andere gesangliche Möglichkeiten bieten würde. In der neuen Formation haben sie an diversen Anlässen und Jodlermessen gesungen, und durften am zentralschweizeischen Jodlerfest in Einsiedeln mit «bis z'friede» die Klasse 1 entgegen nehmen. Sie sind eine lustige und wohlgesinnte Truppe, die gerne singt und jodelt und die Zuhörer damit erfreuen will.

 

 

Referate

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Prof. Hermann Härtel, Graz, Steiermark (A)
Lehrbeauftragter an den Musikuniversitäten Graz, Wien und Mozarteum Salzburg
«Ich möchte unbedingt jodeln lernen - Die Wiederentdeckung der vokalen Emotion in Österreich»
Wer hätte das gedacht, dass der Mythos vom begabten Übermenschen so mir nichts Dir nichts zerbröselt und sich die unbedarfte Allgemeinheit über den Jodler hermacht? Ja, seit nun endgültig feststeht, dass man das Singen nicht im Blut haben muss, haben die Pilgerungen zu Sänger-Begräbnissen nicht mehr diesen abschließenden Sinngehalt. Die Exklusivität des Jodlers hat einen Knacks bekommen und Vereinen zur Erhaltung desselben droht die Auflösung. Selbst die Volkskundler – dem wissenschaftlichen Beiwohnen solcher Ereignisse verpflichtet - haben ihr Ansinnen aufgegeben, dem Ableben des Volksliedes einen Sonderband zu widmen. „DER Jodler ist UNSER“ könnte auf den Spruchbändern einer vokalen Revolution stehen, tut es aber nicht. Stattdessen wird kreuz und quer gejodelt, ohne Pathos aber mit dem Enthusiasmus der Wiederentdecker. Ja dürfen die das? 

 

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Edi Gasser, Giswil
«Jodel mit dem Herzen hören»
Ein Naturjodel berührt. unabhängig von Alter und Herkunft. Den Jodel emotional zu erleben gelingt nur, wenn man innerlich bereit ist, wenn man alles um sich herum loslassen und die Zeit eine Weile anhalten oder ruhen lassen kann. Kurz: Wenn man das Herz öffnet und die Naturmelodien einfliessen lässt. In unserem oft hektischen Alltag haben viele die Kunst des Loslassens verlernt. Edi Gasser ist in einer musikalischen Familie aufgewachsen udn erlernte den Beruf des Lehrers. Als Mitbegründer des Jodlerklubs Giswil, zusammen mit dem Jodler und Natursänger Ruedi Rymann, lernte er besonders den Wert des Naturjuizes zu schätzen. Sein musikalisches Können und die Fähigkeit, einen jungen Klub als gesanglicher Leiter zu führen, trugen schnell Früchte. Ab 1980 wirkte er als Kursleiter bei der Dirgenten- und Juryschulung in ZSJV (Zentralschweizerischer Jodlerverband) und im EJV (Eidgenössischer Jodlerverband). Seine grosse Passion ist der «Naturjuiz» und das Jodeln ein wichtiger Bestandteil seines Lebens.

 


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Priv.-Doz. Dr. Matthias Echternach,  Freiburg i. Br. (D)
«Die männlichen Stimmregister»
Dr. Matthias Echternach erhielt seine erste sängerische Ausbildung im Knabenchor Hannover und war als Knabe in der Zauberflöte an der Staatsoper Hannover zu hören. Später erhielt er seine Gesangsausbildung bei Peter Sefcik und Winfried Toll. Dr. Echternach singt derzeitig neben solistischen Tätigkeiten als Tenor in verschiedenen international renommierten Ensembles wie dem Kammerchor Stuttgart (Frieder Bernius), Kammerchor Saarbrücken (Georg Grün), und der Camerata vocale Freiburg (Winfried Toll).
Von 1993 bis 2000 Medizinstudium in Freiburg, Wien und Heidelberg. 2000 medizinische Promotion. Von 2000 bis 2006 Assistenzarzt an den Universitätskliniken des Saarlandes, 2005 Facharzt für HNO. Seit 2006 ist Dr. Echternach am Freiburger Institut für in der Diagnostik und Behandlung der Patienten mit Stimmstörungen tätig. Hier liegt einer seiner Schwerpunkte auf der Phonochirurgie. Daneben wirkt er mit in der Lehre für Medizinstudenten.
Seine Forschungsschwerpunkte sind Einflüsse des Vokaltraktes auf die Stimmregister, Regularität von Stimmregisterübergängen, Vocal Cord Dysfunction, Lampenfieber bei Sängern und Intubationsschäden im Kehlkopf. Für seine Forschungstätigkeit im Bereich der Stimmregister wurde ihm der Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin 2009 zuerkannt.




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Hans Hürlemann, Volksmusikkenner und Journalist, Urnäsch
«Silvesterchlausen, ein lebendiges Brauchtum»
Hans Hürlemann  war Sekundarlehrer in Urnäsch und wurde 1995 Redaktor der Appenzeller Zeitung. Seit seiner Pensionierung  arbeitet er immer noch sporadisch als freier Journalist. Seit der Gründung des Urnäscher Museums 1976 hat er zahlreiche volkskundliche und lokalgeschichtliche Arbeiten verfasst und hat sich als aktiver Volksmusikant mit Themen aus der Appenzeller Streichmusik befasst. In seinem Vortrag stellt er das Silvesterklausen in Vergangenheit und Gegenwart vor.